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In dgdev

Und es geschah, als der dritte Tag kam und es noch früh am Morgen war, da erhob sich ein Donnern und Blitzen, und eine dichte Wolke lag auf dem Berg, und es ertönte ein sehr lauter Schall von Schopharhörnern. Da erschrak das ganze Volk, das im Lager war. Und Mose führte das Volk aus dem Lager, Gott entgegen, und sie stellten sich unten am Berg auf. Aber der ganze Berg Sinai rauchte, weil der HERR im Feuer auf ihn herabstieg. Und sein Rauch stieg auf wie der Rauch eines Schmelzofens, und der ganze Berg erbebte heftig. (2. Mose 19,16-18)

Das Volk Gottes kam aus Ägypten, doch sie waren noch nicht im verheißenen Land. Auf ihrem Weg dorthin führte Gott sie zu Berg Sinai, wo sie ein Jahr blieben und Gottes Gesetz und die Pläne für einen Begegnungsort mit Gott erhielten.

Als der HERR Seinem Volk am Berg Sinai erschien, war das keine angenehme oder leichte Erfahrung für sie. Der Text beschreibt, was sie sahen und fühlten: Blitz und Donner, dichter Rauch rund um den Berg, Erdbeben und den furchterregenden Schall von himmlischen Trompeten. All das ließ das Volk Gottes erzittern vor der heiligen, ehrfurchtgebietenden Präsenz Gottes.

Heute meinen manche Leute, wir bräuchten mehr von diesem Donner, Feuer und Zittern wie am Berg Sinai, um die Menschen von Sünde abzuhalten. Doch alle Furcht und Zittern in 2. Mose 19 hielt das Volk Israel nicht von der Sünde ab. Nicht einmal 40 Tage später machten einige von denen, die in Gottes heiliger Gegenwart zitterten, eine unmoralische Party und hüpften um ein goldenes Kalb, das sie als einen Gott anbeteten, der sie aus Ägypten geführt haben sollte! Ein Kommentator schrieb folgendes: „Ehrfurcht ist eine Sache, doch die Unterordnung des eigenen Willens ist etwas anderes.“ Israel hatte sehr viel Ehrfurcht, aber nicht viel Unterordnung ihres Willens.

Das Neue Testament vergleicht das feurige Beben des Berg Sinai in 2. Mose 19 mit einem anderen Berg – dem Berg Zion (Jerusalem), wo Jesus für unsere Sünden starb und wiederauferstand um uns neues Leben zu geben. Hebräer 12,18-24 sagt uns ganz klar, dass wir zu einem anderen Berg kommen, dass unsere Errettung und Beziehung zu Gott am Berg Zion stattfindet und nicht am Berg Sinai. Der Schreiber des Hebräerbriefes macht diesen Vergleich:

  • Sinai spricht von Angst und Terror, aber Zion spricht von Liebe und Vergebung.
  • Sinai ist in einer trockenen Wüste, aber Zion ist die Stadt des lebendigen Gottes
  • Sinai ist mit all seiner Furcht und Macht irdisch, aber Zion ist himmlisch und geistlich
  • Nur Mose allein traf Gott am Sinai. Am Zion wird eine unzählbare Gruppe sich versammeln um Gott zu treffen
  • Am Sinai waren schuldige Männer in Angst, doch am Zion werden gerechte Männer vollkommen
  • Am Sinai war Mose der Mittler, am Zion ist es Jesus
  • Sinai brachte den Alten Bund hervor, bestätigt durch das Blut von Tieren, Zion hat den Neuen Bund, bestätigt durch das Blut von Gottes wertvollem Sohn
  • Am Sinai ging es um Grenzen und Ausschluß, aber Zion ist eine Einladung
  • Sinai ist Gesetz, Zion ist Gnade

Die Anwendung von Hebräer 12 ist klar. Wir sollten nicht unter dem Neuen Bund (dargestellt durch den Berg Zion) zu Gott kommen, als wären wir noch unter dem Alten Bund (dargestellt durch den Berg Sinai). In 2. Mose 19 konnte keiner aus Gottes Volk zuversichtlich und mutig zum Sinai kommen. Am Sinai ging es um Furcht und Grenzen. Doch weil wir zum Zion gehen statt zum Sinai, leg dein Zögern ab und gehe mutig zu Gott.

Von David Guzik

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