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In dgdev

Und als der Pharao nahe zu ihnen kam, erhoben die Kinder Israels ihre Augen, und siehe, die Ägypter zogen hinter ihnen her! Da fürchteten sich die Kinder Israels sehr, und sie schrieen zum HERRN. Und sie sprachen zu Mose: Gibt es etwa keine Gräber in Ägypten, dass du uns weggeführt hast, damit wir in der Wüste sterben? Warum hast du uns das angetan, dass du uns aus Ägypten herausgeführt hast? Haben wir dir nicht schon in Ägypten dieses Wort gesagt: „Lasst uns in Ruhe, wir wollen den Ägyptern dienen?“

Es war nicht leicht Ägypten zu verlassen, auch für die Israeliten war es schwer. Ihre Probleme begannen erst richtig, als sie Ägypten verliessen. Nachdem sie gegangen waren, fand der Pharao, dass das doch keine gute Idee gewesen war. Er schickte eine mächtige Armee hinter dem wehrlosen Volk her. Wie würde Gottes Volk reagieren?

Zuerst hatten sie Angst: „Da fürchteten sich die Kinder Israels sehr.“ Das macht Sinn. Anscheinend war Israel in ernsthaften Schwierigkeiten. Hinter ihnen war die Armee des Pharaos, vor ihnen lag das Rote Meer, und es gab keine Möglichkeit zu entkommen. Es war nicht falsch, dass sie Angst hatten, aber was sie mit dieser Angst machten, war wichtig. Weil Gott sie auf diesem Weg führte, mussten sie Ihm vertrauen, dass Er auf sie aufpasste.

Dann reagierten sie mit Gebet: „Sie schrieen zum HERRN.“ Das war gut. Wenn wir in einer gefährlichen Situation sind, ist es wichtig, dass wir zu Gott schreienn, denn Er ist „unsere Zuflucht und Stärke, ein Helfer, bewährt in Nöten.“ (Psalm 46,1) Oft lassen wir zu, dass das Gebet unser letzter Ausweg ist, doch Gott will, dass es unsere erste Quelle ist. Hier zeigte der HERR den Kindern Israels die Notwendigkeit des Gebets sehr schnell.

Drittens reagierten sie mit Panik und ungerechten Anschuldigungen. „Und sie sprachen zu Mose: Gibt es etwas keine Gräber in Ägypten, dass du uns weggeführt hast, damit wir in der Wüste sterben?“ An diesem Punkt wendeten sich die Israeliten sowohl gegen die Vernunft als auch gegen Gott. Es war seltsam und unvernünftig zu denken, dass Mose sie mit der Motivation aus Ägypten geführt hatte, sie alle in der Wüste sterben zu sehen.

Viertens reagierten sie mit einer selektiven Erinnerung. „Lasst uns in Ruhe, wir wollen den Ägyptern dienen.“ Die Kinder Israels waren noch keine Woche aus Ägypten raus, und verdrehten schon die Vergangenheit, indem sie glaubten, dass es in Ägypten besser um sie stand, als es tatsächlich tat. Sie erinnerten sich schon (auf verzerrte Weise) an die gute alte Zeit in Ägypten.

Wann immer jemand in der Freiheit, die Gott für ihn hat, zu leben beginnt, wird er Widerstand erfahren, so wie der Pharao sich gegen Israel gestellt hat, als sie Ägypten verliessen. Wir denken vielleicht, dass Satan uns einfach so gehen lässt, oder dass er, wenn wir einmal sein Reich hinter uns gelassen haben, uns vergessen würde. Doch so läuft das nicht; aber so wie Gott Israel bewahrt hat, wird Er die bewahren, die Ihm vertrauen. Als der Pharao sich Israel näherte, mussten sie Ihm sogar noch mehr vertrauen; und das gilt auch für uns heute.

Von David Guzik

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