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HERR, lass mein Rufen vor dich kommen;
gib mir Einsicht nach deinem Wort!
Lass mein Flehen vor dich kommen;
errette mich nach deine Verheißung.
(Psalm 119,169-170)

Es ist bemerkenswert zu sehen wie Psalm 119, in dem es um die Größe und die Herrlichkeit von Gottes Wort geht, auch so sehr das Gebet betont. Das zeigt, dass ein Leben völlig Gottes Wort hingegeben sein kann und auch genauso dem Gebet.

Er betete also: „Lass mein Rufen vor dich kommen; gib mir Einsicht nach deinem Wort.“ Das Verlangen des Psalmisten war ein Ausdruck des Gebets. Sein Beten war personifiziert – als ob das Gebet selbst vor den himmlischen Thron käme als Opfer oder Gabe, um Verständnis nach Seinem Wort zu erflehen. Er wollte, dass seine Gedanken so umgewandelt würden, dass sie Gottes Wort entsprachen.

Das ist ungefähr derselbe Gedanke, den Paulus in Römer 12,2 äußerte: „Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch in eurem Wesen verändern durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.“ Der Psalmist wollte das Leben verstehen und dass die Welt durch Gottes Wort geformt – umgewandelt – wird.

Er fährt im Geist des Gebets fort: „Lass mein Flehen vor dich kommen.“ Das bezieht sich auch auf das Gebet; dieses Mal ein Gebet um Errettung „nach deiner Verheißung.“

Das ist wirklich ein wundervolles Gebet. Er wollte Errettung, aber nur wenn sie mit Gottes Wort und Willen übereinstimmte. Er wollte keine ungerechte oder unkluge Errettung.

„Nach deinem Wort“ bedeutet auch, dass er um diese Errettung bat, die den Verheißungen Gottes entsprach.

Es ist ein wundervolles und hingebungsvolles Gebet, wenn man sagt: „Herr, errette mich – aber tue es nach deinem Wort.“

Von David Guzik

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