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In dgdev

Und es sprach zu Mose: Rede du mit uns, und wir wollen hören; aber Gott soll nicht mit uns reden, sonst müssen wir sterben. (2. Mose 20,19)

Das Volk Israel war am Fuß des Berg Sinai und hörte Gottes eigene Stimme die Zehn Gebote verkünden. Diese Erfahrung war für sie kein geistlicher Nervenkitzel; es war mehr wie ein geistlicher Schreck. Sie waren total erschrocken und Gott wollte das in gewisser Weise auch. In ihrer Angst wusste Israel, dass sie weit hinter Gottes Herrlichkeit zurückblieben. Sie wussten, sowohl vom Inhalt des Gesetzes als auch durch die Darstellung von Gottes Herrlichkeit, dass Gott vollkommen und heilig war, und sie nicht.

Später in der Geschichte Israels interpretierten sie das Gesetz neu, so dass es nicht mehr so beängstigend war. Sie entfernten das Herz und die Absicht des Gesetzes und formten es um, damit es leicht einzuhalten war, bis zu dem Punkt, an dem Saulus von Tarsus über sich selbst sagte: „im Hinblick auf die Gerechtigkeit im Gesetz (war ich) untadelig.“ (Philipper 3,6)

Am Berg Sinai wollte Israel nicht, dass Gott weiter zu ihnen sprach, so wie Er bei den Zehn Geboten gesprochen hatte. Sie wollte, dass Mose als Vermittler zwischen Gott und ihnen stand. Ihr Wunsch nach einem Vermittler war gut, denn sie brauchten einen. Unser Wunsch nach einem Vermittler – jemanden, der uns vor Gott repräsentiert – ist aber nur gut, wenn er sich in Jesus Christus erfüllt, „denn es ist nur ein Gott und ein Mittler zwisch Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus“ (1. Timotheus 2,5). Leider suchen die, denen es klar ist, dass sie einen Vermittler brauchen, nach jemand andererm als Jesus – und enden im Verderben.

Doch die Angst, die Israel am Berg Sinai hatte, tat ihnen nicht gut. Angst kann uns davon abhalten zu sündigen, aber über die Zeit verliert sie gewöhnlich an Macht. Die Angst, die Israel am Berg Sinai verspürte, ließ in 40 Tagen so weit nach, dass sie um ein goldenes Kalb tanzten und es als den Gott anbeteten, der sie aus Ägypten geführt hatte.

Auch wenn es besser ist, Gott aus Angst zu gehorchen als ungehorsam zu sein, ist Gottes Motivationsgrund für Gehorsam Liebe: „Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus, denn die Furcht hat mit Strafe zu tun; wer sich nun fürchtet, ist nicht vollkommen geworden in der Liebe. Wir lieben ihn, weil er uns zuerst geliebt hat“ (1. Johannes 4,18-19). Verbringe heute einige Zeit damit zuzulassen, dass Gott dich liebt, dann lass dich von deiner Dankbarkeit dazu inspirieren, Ihm gehorsam zu sein.

Von David Guzik

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